Erfahrungen & Bewertungen zu Privates Institut für mentale Gesundheit durch Meditation Privates Institut mentale Gesundheit durch Meditation: Neuroplastizität und Meditation /Depressionen

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Neuroplastizität & Meditation

In diesem Artikel lernen Sie etwas darüber, wie unser Gehirn sich ständig neu formt. Sie lernen aktuelle Forschung im Bereich der Depressionen kennen und was Neuroplastizität mit Meditation zu tun hat.


Neuroplastizität nach Übung

Einleitung

Was ist eigentlich Neuroplastizität?


Die Begriffe Neuroplastizität und Neurogenese sind momentan in der Psychologie und Hirnforschung in aller Munde. Der Grund dafür ist der, dass diese beiden Phänomene alte wissenschaftliche „Fakten“ auf den Kopf stellen und durch die Entdeckung dieser Eigenschaften unseres Gehirns die Bücher neu geschrieben werden müssen.


Heute wissen wir, dass das Gehirn zwei Fähigkeiten besitzt, von denen man glaubte, dass sie nicht existieren. Lange Zeit hat man angenommen, dass man nur in jungen Jahren lernen kann und das Gehirn keine neuen Nervenzellen produziert. Diese beiden Annahmen sind in wissenschaftlichen Kreisen Jahrzehnte lang kursiert und in der Mitte der Gesellschaft teilweise immer noch vertreten, obwohl diese Erkenntnisse mittlerweile überholt sind!


Es stimmt! Als Kind lernt man leichter, schneller und saugt das Wissen förmlich auf. Das liegt aber nicht daran, dass nur Kinder die Fähigkeit zu lernen besitzen und Erwachsene diese Fähigkeit mit zunehmendem Alter verlieren. Viel mehr „verlernen wir das Lernen“ und hören auf Kind zu sein.


Natürlich ist es wichtig zu reifen und man kann in unserer Gesellschaft nicht das ganze Leben lang im Matsch spielen.


Dennoch sollte man sich viele Eigenschaften eines Kindes beibehalten und fördern. Je älter man wird, desto versteifter werden wir – nicht nur körperlich, sondern vor allem auch geistig. Aber so wie man sich körperlich fit halten kann, um diesen Degenerationsprozessen entgegenzuwirken, kann man sich genauso gut auch geistig fit halten. Alles was dazu nötig ist, ist der Wille etwas zu verändern.


Manchmal ist es auch der Leidensdruck oder die Notwendigkeit, Veränderungen vorzunehmen, dennoch kann man auch aus freiem Willen Dinge lernen und verändern.


Dank der Wissenschaft wissen wir heute, dass das fortgeschrittene Alter somit nichts weiter als eine faule Ausrede und keine Entschuldigung dafür ist, die Dinge nicht anzupacken und die Veränderungen im eigenen Leben hervorzurufen, die man sich eigentlich schon lange wünscht.


Der Mensch ist ein Gewohnheitstier und Veränderungen vorzunehmen ist sehr schwierig. Evolutionär würde man damit argumentieren, dass der Mensch sein „sicheres Umfeld“ nicht verlassen will. Sicheres Umfeld kann man in einigen Situationen allerdings auch durch die Worte „sicherer Tod“ ersetzen. Es hat sich oft genug gezeigt, dass Situationen, in denen man handeln sollte, aber durch fehlenden Mut stagniert und sich nicht überwindet, zu sehr viel größeren Problemen führen.


Mit fortschreitendem Alter haben wir zunehmend das Bedürfnis nach Sicherheit und fühlen uns bei Unsicherheiten sehr unwohl. Dabei vergessen wir, dass Unsicherheit auch Flexibilität und Handlungsspielraum bedeutet und somit etwas Schönes sein kann – zumal Sicherheit ohnehin nur eine Illusion ist.


Vergleichen könnte man das mit einem Gefäß, das sich im Laufe des Lebens immer weiter füllt und irgendwann so voll ist, dass nichts mehr hineinpasst. Leider füllen wir dieses Gefäß überwiegend mit Müll, bestehend aus etwa 60.000 Gedanken, die wir jeden Tag denken.

Die meisten davon sind repetitiv, limitierend, destruktiv und bringen absolut keinen Erkenntnisgewinn. Es wird also Zeit den Mülleimer zu leeren, um Platz für ein neues Mindset, konstruktive Gedanken und produktive Gewohnheiten zu schaffen.


Wissenschaftliche Hintergründe


Was passiert da eigentlich in meinem Gehirn?




Neuronen formen neue Verbindungen




Neuroplastizität beschreibt die Anpassungsfähigkeit des Nervensystems an veränderte biologische Prozesse (z.B. Verletzungen des Gehirns) und Anforderungen (z.B. Lernprozesse).


Grundsätzlich kann man Neuroplastizität als ein Maß für die Anzahl der Verknüpfungen zwischen verschiedenen Nervenzellen über deren Ausläufer (z.B. Neuriten, Dendriten und Synapsen) verstehen. Im Bruchteil einer Sekunde werden diese Verschaltungen tagtäglich und permanent in unserem Gehirn umgebaut.


Jede Information, die durch unsere fünf Sinne an unser Nervensystem weitergeleitet wird, verändert die Morphologie unseres Zentralen und Peripheren Nervensystems. Bei diesem dynamischen Prozess werden Verbindungen, die häufig genutzt werden gestärkt und andere Verknüpfungen, die länger nicht in Betrieb waren, geschwächt.


Man kann sich das Ganze wie ein Stromkabel vorstellen, das bei starker Nutzung immer dicker wird, und dünner wenn weniger Strom hindurch fließt. Neuroplastizität spiegelt das wider, was in der Psychologie als die Hebb’sche Lernregel bekannt ist. Die Hebb’sche Lernregel besagt


„Cells that fire together, wire togehter.“ – oder zu Deutsch: „Neuronen, die zusammen aktiv sind, verbinden sich.“.



Diese Fähigkeit besitzen all unsere Nervenzellen in jedem Hirnareal und wie bereits erwähnt sind sogar die Nervenzellen des Rückenmarks bzw. Peripheren Nervensystems (PNS) außerhalb unseres Gehirns und Zentralen Nervensystems (ZNS) zu neuroplastischen Veränderungen fähig. In der Forschung versucht man bereits auf der Basis dieser wissenschaftlichen Erkenntnisse das durchtrennte Rückenmark von querschnittsgelähmten Menschen zu verbinden.



Diese wissenschaftlichen Erkenntnisse haben aber vor allem eine sehr hohe Bedeutung für Menschen mit psychischen Problemen wie z.B. Depressionen. Während die Ursachen vieler psychischer Erkrankungen noch größtenteils unbekannt sind, geht man bei Depressionen mittlerweile davon aus, dass eine Verringerung der Neuroplastizität im Präfrontalen Cortex für die depressiven Symptome verantwortlich ist.


Früher hat man angenommen, dass ein Mangel an Neurotransmittern (z.B. Dopamin und Serotonin) für die Entstehung von Depressionen verantwortlich ist. Diese als Monoamin-Hypothese bekannte Theorie ist nach aktuellem Wissensstand jedoch falsch.


Man geht mittlerweile davon aus, dass der Mangel an Neurotransmittern erst durch eine Verringerung der Neuroplastizität eintritt und somit nicht die Ursache, sondern die Folge von Depressionen ist.


Eine Behandlung mit typischen Antidepressiva behandelt daher nur die Symptomatik und nicht die eigentliche Ursache des Problems. Das haben auch Forscher erkannt und arbeiten daran Wirkstoffe bzw. Medikamente (z.B. neue Antidepressiva) zu entwickeln, die die Neuroplastizität biochemisch auf molekularer Ebene erhöhen.


Die Einnahme von Medikamenten ist jedoch immer mit Nebenwirkungen verbunden und insbesondere psychoaktive Substanzen führen oft zu einer Abhängigkeit. Ein gutes Beispiel ist der als Partydroge bekannte Wirkstoff Ketamin.


Ketamin wird klassisch als Analgetikum (Schmerzmittel) und Anästhetikum angewendet oder als Partydroge missbraucht.


Während die analgetische Wirkung bei einer mittleren Dosis und die anästhetische Wirkung in hohen Dosen auftritt, führt Ketamin in sehr geringen Dosen zu antidepressiven Effekten.


Dieses Beispiel beweist einmal mehr, dass die Dosis das Gift macht oder besser gesagt die Wirkung macht. Die Forschung dazu steckt allerdings noch in den Kinderschuhen und eine medikamentöse Behandlung von Depressionen mit Ketamin ist derzeit nicht sehr sicher, muss gut überwacht werden und ist immer mit der Gefahr verbunden, dass eine unerwünschte Wirkung eintritt.


Es ist daher sehr viel sicherer und nachhaltiger, die Neuroplastizität nicht extrinsisch (also durch Medikamente) zu verändern, sondern intrinsisch (körpereigen) zu erhöhen.


Eine wissenschaftlich nachgewiesene Methode dafür sind zum Beispiel Achtsamkeitsübungen und Meditation.


Diese Methoden bieten einen neuen Ansatz zur ergänzenden Behandlung von Depressionen. Wie bei jeder Krankheit sollte man allerdings am besten nicht darauf warten, dass Symptome auftreten, sondern präventiv handeln.


So wie man sich jeden Tag die Zähne putzt, um der Entstehung von Karies vorzubeugen sollte man auch der Entstehung psychischer Probleme vorbeugen. Das vielversprechendste Mittel dafür ist die Meditation.


Psychische Gesundheit ist genauso wie körperliche Gesundheit keine Selbstverständlichkeit und man muss dafür arbeiten, diese aufrechtzuerhalten. Die Einflüsse, denen unsere Gesundheit ausgesetzt ist, sind subtiler als man zunächst annehmend würde. Leider entwickelt man meist erst ein Bewusstsein für die eigene Gesundheit, wenn man bereits ein Problem hat. Deswegen ist Prävention immer besser als Behandlung oder wie man im Volksmund sagt – Vorsorge besser als Nachsorge.



Armin Kurth

Wissenschaftsjournalist

B.Sc. Pharmaceutical Chemistry



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